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Air and Space Museum
Washington D.C.

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Projekt Excelsior Gondola: Joe Kittinger sprang 1960 in 4,6 Min. im freien Fall mit 988 km/h aus 31.333 m Höhe

Projekt Excelsior Gondola: Serie von bemannten Fallschirmsprüngen aus Höhen von 20 und 30 Kilometern

Das Projekt Excelsior bestand aus einer Serie von bemannten Fallschirmsprngen aus extremen Höhen, um ein neuartiges Fallschirmsystem zu testen. Ende der 1950er Jahre stellte sich Frage, wie Piloten moderner Kampfjets und Astronauten zukünftiger Raumfahrzeuge bei Gefahren sicher in diesen Höhen aussteigen und wieder zur Erde gleiten können. Dazu muss man wissen, dass in Höhen um 30 km extrem kalte Temperaturen bis zu minus 70° C auftreten können und dass die Luft mit 0,003 bar sehr dünn ist, so dass eine kontrollierte Steuerung nicht mehr möglich ist. Außerdem kann der abspringende Pilot bei Eintritt in dickere Luftschichten ins Trudeln geraten, dem sog. “Flat Spin”. Dabei kann der Pilot immer schneller um seine eigene Achse rotieren. Ab 120 Umdrehungen pro Minute wird man bewusstlos, mehr als 200 Umdrehung pro Minute sind tödlich.

Um die Probleme der Fluglagen in diesen Höhen in den Griff zu bekommen, wurde 1958 eine Studie unter der Leitung des damaligen Capt. Joseph W. Kittinger Jr. begonnen. Francis Beaupre, ein Techniker des Wright Field, entwickelte das neuartige Fallschirm-System. Sein System, das "Beaupre Multi-Stage Parachute", bestand aus einem Stabilisator-Fallschirm, der unkontrolliertes Schleudern und Taumeln in diesen Höhenlagen verhinderte. Bei Gefahren, also trudeln oder schleudern, öffnete sich der stabilisierende Fallschirm automatisch, um den sicheren und kontrollierten Abstieg des Piloten oder Astronauten zu gewährleisten.

Da weder Technik noch Ressourcen zur Verfügung standen, um Sprünge aus derartigen Höhen zu realisieren, wurde ein riesiger Ballon mit einem Fassungsvermögen von 84.965,76 m³ Helium (= 3 mill. cubic foot) genutzt und mit einer offenen Gondel ausgestatet, die die Testperson bis in die Stratosphäre von 31.333,44 Meter beförderte. Von dort sprang Joseph W. Kittinger am 16. August 1960 in einem Druckanzug in 4 Minuten und 36 Sekunden im freien Fall zur Erde. Dabei erreichte er eine Geschwindigkeit von 988,14 km/h, kam also der Schallgeschwindigkeit sehr nahe. In 5.334 Meter Höhe wurde dann der Hautschirm geöffnet. Nach 13 Minuten und 45 Sekunden landete Capt. Kittinger sicher in New Mexico.

Bei dem Unternehmen wurden bis dahin 3 Weltrekorde aufgestellt:

  • höchste bemannte Ballonfahrt mit Gondel (31.333,44 Meter)
  • längster Sprung im freien Fall (4 Minuten und 36 Sekunden)
  • höchste Geschwindigkeit eines Menschen ohne besondere Schutzhülle (988,14 km/h)

Line 

Am 14. Oktober 2012 sprang der österreichische Extremsportler Felix Baumgartner aus 39.045 Metern Höhe und erreichte dabei mit 1.342,8 km/h Schallgeschwindigkeit. Er flog 4 Minuten und 20 Sekunden im freien Fall, bis er die Reißleine des Fallschirms zog.

Baumgartner hat gleich 3 Rekorde aufgestellt:

  • der höchste bemannte Ballonflug,
  • der höchste Fallschirmsprung und
  • das erstmalige Durchbrechen der Schallmauer

Den Rekord des längsten freien Falls brach er allerdings nicht. Diesen hält weiterhin der US-Amerikaner Joe Kittinger, der Baumgartner als technischer Projektleiter zur Seite stand. Allerdings verwendete dieser einen kleinen Stabilisierungs-Fallschirm.

Der Ballon bestand aus einem 1.360 kg schweren Polyethylenfilm, mit gerade einmal 0,002 mm Dicke und einem Fassungsvermögen von rund 850.000 Kubikmeter. Dennoch kommt er auf ein Fläche von fast 162.000 m², was einer Größe von mehr als 20 Fußballfeldern entspricht. Interessant war beim Flug zu beobachten, dass die Temperatur in etwa 20 km Höhe bei ca. minus 60° C lag und in der höheren Stratosphäre von 30 km nur bei ca. minus 15° C.

Finanziert wurde das Projekt “Red Bull Stratos” vom Getränkehersteller in Salzburg, der sich durch die Förderung anderer Extremsportarten auf der ganzen Welt verdient gemacht hat und durch seine vielen historischen Flugzeuge im Hangar 7, die auf vielen Air Shows zu sehen sind.

 

 

Copyright © Lexikon der Flugzeuge und Hubschrauber von Wolfgang Bredow - Berlin, Spandau

 


 

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