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Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow (Berlin-Spandau)

DO C-3605 "Altenrhein": hier: Doflug AG (Schweiz)

DO-C 3605 "Altenrhein" - Doflug AG

Technische Daten:

weiteres Foto
(ILA 2002)

vergleiche auch > >

Emmen C-3605
(Sinsheim 2005)

 

C-3603

C-3605

Besatzung

1 + 1

1 + 1

Länge

10,23 m

12,93 m

Spannweite

15,10 m

13.74 m

Höhe

3,29 m

4,10 m

Flügelfläche

32,4 m²

28,7 m²

Leergewicht

2272 kg

2650 kg

Max. Zuladung

1680 kg

.

Max. Fluggewicht

3952 kg

3700 kg

Antrieb

Hispano-Suiza

Avco Lycoming

Typ

HS-51 12 Y

T-53-L-7A

Art

 

Wellen-Gasturbine

Leistung

1000 PS

1.115 PS

Max. Geschwindigkeit

475 km/h

560 km/h

Reisegeschwindigkeit

 

410 km/h

Mindestgeschwindigkeit

 

ca. 170 km/h

Verbrauch

 

ca. 410 Liter/h

Anfangssteigleistung

10,4 m/s

12,5 m/s

Flächenbelastung

122 kg/m²

167 kg/m²

Dienstgipfelhöhe

8700 m

11.500 m

Reichweite

680 km

600 km

Flugdauer

2 h

2 h

Startrollstrecke

 

400 m

Bewaffnung

eine 20-mm-Motorkanone

keine

 

4 x 7,5-mm-MG in den Tragflächen

 

 

zwei Flügelracks für 400 kg Bomben

 

DO-C 3605 Altenrhein"

Beschreibung:

Wer sie einmal gesehen hat, vergisst sie nicht wieder. Die eigenwillige Optik des langnasigen gelb-schwarzen Flugzeugs macht die C-3605 Altenrhein unverwechselbar.

Das Flugzeug ist als Tiefdecker mit H-Leitwerk in Metallbauweise ausgeführt. Die beiden Sitze sind hintereinander angeordnet (Tandem). Die lange, aus mehreren Segmenten zusammengesetzte Haube ist rundum verglast.

Der Antrieb besteht aus einer Zweiwellen-Gasturbine Lycoming T 53-L-7A und einem 3-blatt Verstellpropeller von Hamilton Standard. Das Spornrad-Fahrwerk ist einziehbar. Die maximale Abflugmasse beträgt ca. 3.700 kg und die Überziehungsgeschwindigkeit ohne Landeklappen liegt bei etwa 150 km/h.

Geschichte dieses Typs:  

Nicht weniger unverwechselbar ist die Biografie des fast 60 Jahre alten ehemaligen Schweizer Militärflugzeugs. Zwischen 1936 und 1945 bauten die Firma F+W Emmen, die damalige Doflug AG in Altenrhein (Schweiz) und die Pilatus AG die C-36 als Kampf- und Aufklärungsflugzeug. Sie wurde 1942 erstmals eingesetzt.

Weltweit fliegen nur noch 8 Exemplare dieses Flugzeugs, das bei der Schweizer Luftwaffe als Fernaufklärer, Erdkämpfer und in der Turbinenversion als Zielschleppflugzeug Verwendet wurde.

In den 50erJahren rüstete die Schweizer Luftwaffe die bis dahin von einem ca.980 Ps starken HispanoSuiza-Kolbenmotor angetriebene C-3603 zum Zielschleppflugzeug um. 1971 erfuhren 23 Maschinen eine weitere Verjüngungskur durch den Einbau eines Avco Lycoming Propellerturbine mit 1.115 Ps. Fortan C-3605 bezeichnet, schleppten der Tiefdecker bis 1987 die Zielsäcke über den Bergschiessplätzen der Schweiz.

Geschichte dieser Maschine:   

Die oben abgebildete D-FOXY wurde von ihrem Besitzer als "DO C-3605 Altenrhein" bezeichnet und ist in Speyer beheimatet. Das Flugzeug mit der Werknummer 315 war laut Eintragungsschein seit 1991 in Deutschland zum Verkehr zugelassen.

Das Flugzeug vom Muster C 3605 ist ein Oldtimer aus dem Jahr 1944. In 2002 hatte er seit seiner Herstellung 2.664 Betriebstunden und 3.278 Landungen.

Unfall beim Fotoflug im Verband vom 27.09.2002:

Mit den beiden betroffenen Luftfahrzeugen war am Unfalltag ein Vorführungs- bzw. Fotoflug vom kontrollierten Flugplatz Mannheim aus, über Ludwigshafen und zurück beabsichtigt. Der Oldtimer - die o.g. Doflug C-3605 - sollte über dem Werksgelände eines Sponsors kreisen und dabei von einem zweiten Flugzeug - einer Robin R 2160 D - aus gefilmt werden. DO C-3605 Altenrhein

Den Verbandsflug zu Fotozwecken über Ludwigshafen hatten die beiden Piloten, so wie es der Gesetzgeber vorschreibt, abgesprochen. Nicht aber die wenigen Augenblicke nach der Auflösung der Formation vor dem Landeanflug in Mannheim.

Der Oldtimer Doflug 3605 - gebaut in Altenrhein, Schweiz - wurde von einer Robin 2160 D als Fotomaschine begleitet. Der 4-Sitzer, mit dem Piloten und dem Fotografen an Bord, flog etwas höhenversetzt und leicht hinter dem historischen Flugzeug. In ihm saßen der erfahrene Vorführpilot und ein Begleiter. Unmittelbar nach Auflösung der Formation zog die Doflug leicht nach links, während sich die Robin im Geradeausflug von hinten näherte: Offenbar konnten sich beide Piloten in dieser Phase nicht sehen.

Die Doflug berührte die Robin an der rechten Tragfläche und am Rumpf und zerteilte diesen noch in der Luft. Beim Absturz kamen die Robin-Insassen ums Leben, während die Doflug am Bug beschädigt und mit ausgefallenem Motor auf einem Acker notlandete.

DO C-3605 "Altenrhein"

 

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