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Bell H-13H “Sioux”: 1. zivil zugelassener Hubschrauber der Welt (betr. Grundmodell)

Bell H-13H Sioux

Technische Daten: Baujahr: 1957 (Grundmodell)   andere Bell 47 B
+ Flugansicht Bell 47 J (Ranger)
(ILA 2002)

Hersteller: Bell, USA - Besatzung: 1 - Passagiere: 2 - Antrieb: Lycoming VO-435-23B - Leistung: 260 Ps - Verbrauch: ca. 55 l/h - Geschwindigkeit: 160 Km/h max. - Leergewicht : 750 Kg - Abfluggewicht: 1.057 Kg - Reichweite: ca. 300 Km - Steigleistung: 231 m/min. in Bodennähe - Dienstgipfelhöhe: 3.800 m - Rotordurchmesser: 10,72 m - Länge: 9,63 m - Höhe: 2,89 m -

Beschreibung: Bell 47 G-2 

Hierbei handelt es sich um eine einfache aber kostengünstige Konstruktion aus der Frühzeit der Helicopter. Selbst die Instrumente im fotoristischen Glascockpit sind auf ein Minimum reduziert, um Gewicht einzusparen.

17 Stück Bell H-13H wurden 1960 im Rahmen des “Military Assistance Programm” von den USA nach Österreich geliefert. Sie wurden für Verbindungs-, Erkundungs-, Sanitäts- und ABC-Sprühflüge genutzt. Dortige Einsatzdauer: 10/1960 bis 06/1976.

Entwicklungsgeschichte:  

Am 8. Dezember 1945 flog Bell den Prototyp einer klassischen Hubschrauberkonstruktion, der Bell Model 47. Am 8. März 1946 erhielt er das erste “Approved Type Certificate” der Welt, das einem zivilen Hubschrauber ausgestellt wurde. Der Typ blieb bis 1973 bei Bell ununterbrochen in der Produktion und wurde von 1954 bis 1976 außerdem unter Lizenz von Augusta in Italien gebaut. Des Modell 47 wurde überall auf der Welt von militärischen Einheiten benutzt. Seine begrenzte Kapazität wurde durch seine Einfachheit und seinen niedrigen Preis jedoch mehr als aufgewogen. 1947 kaufte die USAF (damals noch USAAF) 28 Exemplare des verbesserten Model 47A mit 157 PS (117 kW) Franklin 0-335-1 Kolbenmotoren zur Erprobung: Nach kurzer Zeit fanden alle Waffengattungen, dass es sich beim Model 47 um eine erstklassige Maschine handelte, und es regnete geradezu Bestellungen. Alle US Army Versionen erhielten später den Namen Sioux.

Der Bell Model 47 wurde unter Lizenz von Augusta in Italien, Kawasaki in Japan und Westland in Großbritannien (der 47G-2 für die britische Armee, mit dem Namen Sioux) gebaut, und die verschiedenen Ausführungen dienten bei mehr als 30 Armeen der Welt. Experimentelle Versionen waren zahlreich. Augusta in Italien und Kawasaki in Japan bauten Hubschrauber, die mit einigen zivilen Versionen des Bell Model 47 vergleichbar waren. Außerdem gab es spezielle umgebaute Exemplare von mindestens zwei führenden amerikanischen Firmen, darunter der Hochleistungshubschrauber Carson Super C-4 und verschiedene El Tomcat Landwirtschaftsmaschinen, die von der Continental Copters Inc. entwickelt wurden. Soloy in den USA stellt Modelle mit Wellenturbinen her.

Die Bell Produktion des Model 47 lief gegen Ende 1973 schließlich aus. Die zuletzt gebauten Maschinen waren vom Typ 47G-5. Noch heute sind viele Bell 47 im Einsatz.

Varianten dieses Hubschraubertyps von Bell:

Militärhubschrauber:

 

YR-13

15 der zuerst an das Militär gelieferten Maschinen erhielten die Bezeichnung YR-13

YR-13A

3 Maschinen YR-13A wurden für Tests in Winterbedingungen in Alaska vorbereitet

HTL-1 Trainer

Die restlichen zehn gingen zur Erprobung an die US Navy, wo sie als HTL-1 Trainer benutzt wurden.

H-13B

Die US Army bestellte 1948 zuerst eine Reihe von Maschinen, 65 wurden unter der Bezeichnung H-13B abgenommen.

H-13C

15 Exemplare des Militärs wurden 1952 für die Aufnahme von außen angebrachten Tragen umgebaut und erhielten die Bezeichnung H-13C.

H-13D

Ein 2-sitziger H-13D mit Kufenlandegestell, Tragenhalterung und Franklin 0-335-5 Motor folgte mit dem H-13E

H-13E

3-sitziger Hubschrauber mit Doppelsteuerung.

H-13G

Der H-13G hatte ein kleines Höhenruder

H-13H (“Sioux”)

Für den H-13H wurde der 250 PS (186 kW) Lycoming VO-435 Motor eingeführt. Einige Exemplare des zuletzt genannten Modells wurden auch von der USAF genutzt.

H-13J

Zwei H-13J Hubschrauber mit zwei 240 PS (179 kW) Lycoming VO-435 Motoren wurden für den Präsidenten der USA modifiziert.

H-13K

2 für Versuchszwecke mit einem größeren Rotor und einem 225 PS (168 kW) Franklin 6VS-335 Motor ausgerüstete H-13J Maschinen erhielten die Bezeichnung H-13K.

 

1962 wurden die US Army Modelle H-13E, -G, -H und -K mit dem Präfix 0 (für 'observation' = Beobachtung) versehen. Die US Air Force Hubschrauber H-13H und H-13J bekamen ein U für 'utility' = Nutzhubschrauber.

OH-13S

Der 3-sitzige OH-13S als Ersatz für den OH-13H wurde später angeschafft.

TH-13T

Ebenfalls später angeschafft wurde der 2-sitzige Instrumententrainer TH-13T.

HTL-2 HTL-3

Die US Navy erhielt zunächst 12 weitere HTL-2 und neun HTL-3 Hubschrauber,

HTL-4 HTL-5

die erste wichtige Version war der HTL-4, gefolgt vom HTL-5 mit einem 0-335-5 Motor.

HTL-6 Trainer

Die HTL-6 Trainer hatten ein kleines bewegliche Höhenruder.

HUL-1

Der HUL-1 wurde u.a. an Bord von Eisbrechern benutzt

HTL-7

Der HTL-7 war ein 2-sitziger Instrumententrainer mit Doppelsteuerung und Allwetterausrüstung.

 

1962 wurden die Modelle HTL-4, -6, -7 und HUL-1 in TH-13L, TH-13M, TH-13N und UH-13P umbenannt.

Lizenzbauten:

 

201 (XH-13F)

Das vielleicht bedeutendste Beispiel war die Bell Model 201 (XH-13F) Der Model 201 hatte eine Continental XT51-T-3 Wellenturbine (eine unter Lizenz hergestellte Turbomeca Artouste).

207 Sioux Scout

Der Model 207 war der erste echte bewaffnete Hubschrauber: mit einem 260 PS (194 kW) Avco Lycoming TVO-435-A1A Turbolader-Kolbenmotor, einer veränderten Kabine mit zwei Tandem-Sitzen, kleinen Flossenstummeln (mit zusätzlichem Treibstoff) zur Entlastung des Hauptrotors und einer ferngesteuerten Geschützbank im Bug mit zwei 7,62 mm M60 MG, die sich horizontal um 200° bewegen ließ und vertikal von -45° bis +15°

zivile Ausführungen:

Parallel zur Produktion der militärischen Hubschrauber durch Bell und der Lizenzhersteller wurden zivile Ausführungen für verschiedene Anwendungsgebiete gebaut.

47B

Dazu gehören der Model 47B (das Gegenstück zum militärischen YR-12/HTL-1)

47B-3

Ferner der für landwirtschaftliche und andere Zwecke gedachte Model 47B-3 mit offenen Positionen für die Besatzung.

47D

Das folgende Modell 47D trug erstmals die geformte “Goldfischglas”-Kuppel

47D-1

der Model 47D-1 aus dem Jahre 1949 hatte den offenen Heckausleger wie beim H-13C.

47G

Eine erste wichtige Änderung wurde mit dem Model 47G vorgenommen, der die 3 Sitze des 47D-1 mit dem 200 PS (149 kW) Franklin Motor verband.

47G-2A

Der alternative Einbau des ähnlich starken Avco Lycoming VO-435 führte bei der 47G zur neuen Bezeichnung Model 47G-2A

47G-3A

Der 47G-2A folgte das Model 47G-3A mit größerer Kabine, verbesserten Rotorblättern und erweitertem Treibstoffassungsvermögen. Zu den anderen Triebwerken gehörten ein vorverdichteter Franklin 6VS-335-A mit 225 PS (168 kW) beim Model 47G-3

47G-3B

Die 47G-3B hatte ein Avco Lycoming TVO-435 mit 280 PS (168 kW) und einen Turbolader

47G-4 und 47G-5

Die alternativen Antriebe Avco Lycoming VO-540 und VO-435 bei den dreisitzigen Modellen führte zur Bezeichnung 47G-4 und 47G-5.

Ag-5

Eine zweisitzige landwirtschaftliche Ausführung des zuletzt genannten Modells trug den Namen Ag-5

47J Ranger

eine zivile Version des H-13J VIP-Transporthubschraubers der USAF lief unter dem Namen 47J Ranger

 

Copyright © Lexikon der Flugzeuge und Hubschrauber von Wolfgang Bredow - Berlin, Spandau

 

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