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Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow (Berlin-Spandau)

Heinkel He 162: Auszüge aus der Original-Bedienungsanleitung

He-162-Skizze
He-162-Cockpit
  • 1. Abwurf der Starthilfen
  • 2. Seitentrimmung
  • 3. Fahrwerkschnappschalter
  • 4. Höhentrimmung
  • 5. Starthilfen-Auslösung
  • 6. Brandhahnhebel
  • 7. Leistunghebel
  • 8. Fahrwerkentrastung
  • 9. Fahrwerksanzeige links
  • 10. Landeklappen-Handpumpe
  • 11. Navigationsgeräte
  • 12. Flugüberwachungsgeräte
  • 13. Schauzeichen für Staurohr u. Waffen
  • 14. Dachverschluss
  • 15. Visier
  • 16. Triebwerksüberwachung
  • 17. Atemanlage
  • 18. Leuchtpistole
  • 19. Fahrwerksanzeige rechts
  • 20. Bediengerät Fuss 25 a
  • 21. Empfänger FuG 24
  • 22. Anlasskippschalter
  • 23. Verstelldüsenschalter
  • 24. Selbstschalter
  • 25. Katapultsitz-Auslösung
  • 26. Pedalverstellung
  • 27. Fenster am Bugrad

Selbstschalter:

  • Sammler
  • Kraftstoffpumpe
  • Waffen, Revi
  • Staurohr-Heizung
  • Anlass-und Messanlage
  • Wendezeiger, Starthilfe
  • Verstelldüse
  • FuG 24
  • FuG 25 a
  • Anlasser.

I. A l l g e m e i n e s

Masse

  • Spannweite 7,2 m
  • Länge 9,08 m
  • Höhe 2,6 m
  • Spurweite 1,5 m
  • Tragfläche 11,16 m²
  • Flächenbelastung 240 kg/m²

Baumerkmale

  • Rumpf: Ganzmetallbauweise (Schalenbau), Führerraum teilweise gepanzert,verglaste Überdachung.
  • Tragwerk: Freitragender Tragflügel mit Haupt-und Endholm, Kraftstoffbehälterräume brennstoffest konserviert.
  • Leitwerk: Höhenflosse mechanisch verstellbar (Trimmkurbel), Doppelseitenleitwerk, sämtliche Ruder mit Bügelkanten, dynamisch voll massenausgeglichen.
  • Fahrwerk: Haupt- und Bugfahrwerk, letzteres nicht bremsbar.
  • Druckölanlage: betätigt Fahrwerke, Radbremsen, Landeklappen.

Triebwerk:

Ein TL-Triebwerk, Baumuster BMW 109 003 E-2, zwei Starthilfen R/502, können unter dem Rumpf eingehängt werden.

Elt.-Anlage:

Ein 2000 Watt-Generator am Triebwerk, ein Sammler 24 NCL 10 hinter Spant 5 auf Behältertraggerüst.

Bordfunkanlage:

FuG 24, UKW-Funkgerät für BzB und BzE-Sprechverkehr und Zielflugverkehr, FuG 25a Kennungsgerät.

Schusswaffenanlage:

  • A-1:  2 MK 108 Kal. 30 mm, Durchladung elektro-pneumatisch, Zündung elektrisch
  • A-2:  2 MG 151 Kal. 20 mm, Durchladung elektrisch,

Rettungs- und Sicherheitsgerät:

Katapultierbarer Flugzeugführersitz mit Sitzmulde für Sitzfallschirm 550 mit Füllungsbremse, Perlongurte und Höhenatmer, Bauchgurt, Schultergurt, 1 Leuchtpistole.

Beanspruchungs - und Verwendungsgruppe:

  • Verwendungsgruppe H
  • Beanspruchungsgruppe 4, später 5
  • Sicheres Lastvielfaches beim Abfangen nsi= 4, später 6,5 bei G= 2400 g

Höchstzulässige Geschwindigkeiten:

  • Va = 700 km/h, bezogen auf Bodenluftdichte (entsprechend 750 km/h, Gerät zeigt ca 10% zu wenig an).
  • Va = 700 km/h in 1 km Höhe
  • Flug mit ausgefahrenem Fahrwerk, sowie beim Ein- und Ausfahren 350 km/h,
  • Flug mit ausgefahrenen Klappen - Landestellung max.300 km/h,
  • Startstellung max. 500 km/h.

Geschwindigkeitsbegrenzung:

  • Va = 700 km/h bis H = 5000 m
  • Va = 600 km/h von H = 5000 m - 7000 m
  • Va = 500 km/h von H = 7000 m - 9000 m
  • Va = 400 km/h von H = 9000 m - 11000 m

Bei großem Rumpfbehälter mit weniger als 350 Liter Kraftstoff ergibt sich extreme Schwerpunktlage und bei hohen Geschwindigkeiten Abnahme der Stabilität. In diesem Falle soll Va 100 km/h weniger als die Marke am Fahrtmesser angibt, eingehalten werden.

  • bis 5000 m Va = 700 - 100 = 600 km/h
  • 5000 - 7000 m Va = 600 - 100 = 500 km/h
  • 7000 - 9000 m Va = 500 - 100 = 400 km/h
  • 9000 - 11000 m Va = 400 - 100 = 300 km/h

 

Behälterinhalte:

Betriebsstoffe:

1

Kraftstoff:

J 2, statt J 2 kann jeder Flugkraftstoff plus 5% Öl genommen werden.

  ein Rumpfbehälter, gr. 650 Lt. oder

  kl. 470 Lt. und

  ein Rumpf-Reservebehälter 170 Lt.

  ein Flügelbehälter kl. 280 Lt. mt. 700 Lt.

2.

Kraftstoff für Triebwerk:

Fl-.Anlass-Kraftstoff

  ein Behälterraum in Tragflügel 30 Lt.

3.

Kraftstoff für Riedelanlasser:

Benzin-Öl-Gemisch 20:1, bei Temperatur unter 10°C G1-Anlasskraftstoff

  ein Behälter im Triebwerk 2 Lt

4.

Schmierstoff: (Füllung 16 Liter)

18 Liter U 1, solange dieser nicht beschaffbar ist, Mischung aus 50% Flugöl S3 u . 50% Fl-Drucköl.

  ein Behälter am Triebwerk 25 Lt.

5.

Drucköl:

Fl-Drucköl

  ein Behälter im Fahrwerksraum 5 Lt.

6.

Spindelöl:

Spindelöl, grün.

  drei Stossdämpfer ca. 2,5 Lt.

1Verbräuche in Liter/h:

  • bei 500 km/h bei 800 km/h
  • in Bodennähe 1400 1670
  • in 6 km Höhe 850 1000
  • in 11 km Höhe 420 540B

Betankung:

  1. Kraftstoff: J 2, Behälter im Rumpf und Tragflügel, Einfüllverschraubung auf Tragflügeloberseite links.
  2. Kraftstoff für Riedel-Anlasser: Behälter vorn oben am Triebwerk, Inhalt 2 Liter, Einfüllverschraubung oben am Behälter.
  3. Anlaßkraftstoff für Triebwerk: Behälter im Tragflügel, Inhalt 25 Liter, Einfüllverschraubung auf Tragflügeloberseite rechts.
  4. Schmierstoff: Behälter am Triebwerk, Inhalt 25 Liter, nur 16 Liter betanken ! Einfüllverschraubung oben am Behälter.
  5. Drucköl: Behälter im Fahrwerksraum hinter Spant 11, Inhalt 5 Liter, Füllung 3,8 Liter. Einfüllverschraubung oben am Behälter.
  6. Sauerstoff für Höhenatmeranlage: 150 kg/cm², Aussenbordanschluss im rechten Waffenraum hinter Spant 5. 2

II. Vorbereitungen zum Start.

  1. Flugzeug gegen den Wind stellen, Bremsklötze vor die Laufräder legen, Handfeuerlöscher bereitstellen.
  2. Verschlussdeckel von der Eintrittshaube des Triebwerkes 3 abnehmen.
  3. Flugzeugführersitz. und Seitensteuerpedale nur am Boden einstellbar.
  4. Zündkabel (Abreißstecker) für Starthilfe noch nicht einstecken.
  5. Fallschirm in den Flugzeugführersitz legen.
  6. Einsteigen, Kabinendach schließen und verriegeln. 5
  7. FT-Haube aufsetzen und anschliessen.
  8. Schnappschalterhebel nach vorn auf Stellung "Umlauf".
  9. Leistungshebel auf Stellung "Stop".
  10. Brandhahnhebel auf Stellung "Zu". 6
  11. Fallschirm anlegen.
  12. Atemmaske aufsetzen, Dichtheit prüfen.
  13. Fallschirmvorratsanzeiger "Voll".
  14. Karabinerhaken der Selbsttrennstelle 7 links in die Ringöse am Leistungshebelkasten einhaken.
  15. Langen Fallschirmschlauch mit Atemmaske verbinden.
  16. Kurzen Fallschirmschlauch mit Bordanlage kuppeln.
  17. Sauerstoffanlage prüfen: Absperrventil öffnen, Sauerstoffanzeiger "Voll". 8
  18. Durch Maske atmen, Lippen des Saustoffanzeigers bewegen sich.
  19. Anschnallen, Kopfhaube anschließen !

III. Anlassen

a) Handanlassen:

  1. Selbstschalter für
    • Bordsammler
    • Schubdüse,Messanlage
    • Kraftstoffpumpe e i n !
  2. 9Schubdüsenschalter auf "S". Sofern Halbautomatik noch nicht eingebaut ist, muß auf Stellung "A" angelassen und erst nach ordnungsgemässem Zünden und gleichmäßigem Turbinenlauf auf "S" geschaltet werden.
  3. Anlaßkippschalter etwa 2 sec. (bei warmem Anlasser nur 1 sec., bei Kälte 2 x 3 sec.) nach vorn auf "Tupfen" drücken.
  4. Anlaßkippschalter nach hinten auf "Anlassen", gleichzeitig zieht der Wart das Anwerfseil rasch aufeinanderfolgend. Kleine innere Drehzahlskala gilt, solange Anlaßkippschalter hinten.
  5. Nach Anspringen des Riedel-Anlassers Brandhahnhebel "Auf".
  6. Bei 900 - 1100 U/min (kleine innere Drehzahlskala) Druckknopf im Leistungshebel drücken, 2-3 sec. später Leistungshebel von "Stop" auf "Bodenleerlauf" vorschieben, bis Drehzahl aufholt. 1400 U/min leistet der Riedel allein. Aufholen über 1400 U/min ist Zeichen für erfolgte Zündung des Triebwerkes. Erfolgt dies nicht innerhalb 10 sec., abstellen und Zündung und Anlaßeinspritzung prüfen lassen.
  7. Bei 1800-2000 U/min Anlasskippschalter in Mittelstellung vorspringen lassen.Von jetzt ab gilt äußere Drehzahlskala. Triebwerk stellt sich auf Bodenleerlaufdrehzahl (3300 ± 200) ein.
  8. Nach 2 - 3 Minuten abbremsen.

b) Anlassen mit Aussenbordstromquelle:

  1. Stecker der Außenbordstromquelle in den Außenbordanschluss stecken und Außenbordstromquelle einschalten.
  2. Selbstschalter wie beim Handanlassen, jedoch
    • Sammler aus !
    • Anlasser ein !
  3. Verstelldüse und Anlasskippschalter wie beim Handanlassen bedienen.
  4. Riedel-Anlasser wird auf "Anlassen" elektrisch angeworfen. Nach dem Anspringen alles weitere wie beim Handanlassen.
  5. 10 11Außenbordstromquelle ausschalten, Stecker von Aussenbordanschluss abziehen.
  6. Selbstschalter für Sammler "e i n".

c) Anlassen mit Bordsammler: 12

Alle Vorgänge wie mit Aussenbordstromquelle, jedoch von Anfang an Sammler "e i n". Die Abgastemperatur darf beim Anlassen 750°C nicht überschreiten, sonst Überhitzung im Turbinenteil. Triebwerk abstellen. Beim Triebwerksbrummen Leistungshebel auf Bodenleerlaufraste zurücknehmen. Riedelanlasser innerhalb 15 Min. höchstens 60 sec. betätigen. Anlaßvorgang dauert 20-30 sec. Anlasseinspritzpumpe darf höchstens 5 Min. ununterbrochen laufen.

IV. Abbremsen 13

  1. Sammler "aus". Kraftstoffbehälteranzeige fällt auf 0 zurück.
  2. Leistungshebel von Bodenleerlauf bis 6500 U/min zügig vorschieben, Behälteranzeige spricht zwischen 4500 - 5000 U/min (Generatorzuschaltung) an.
  3. Bei 6500 U/min Schubdüsenschalter in Stellung "S", Leistungshebel in Vollgas-Stellung. Übergang von Leerlauf auf Vollgasdrehzahl nicht unter 10 sec., zu plötzliche Beschleunigung der Drehzahl unzulässig.
  4. Triebwerküberwachungsgeräte ablesen:
    • Drehzahl 9500 ± 100 U/min
    • bei kaltem Triebwerk kurzzeitig 9800
    • Abgastemperatur max. 620°C
    • Kraftstoffdruck bei 9500 U/min etwa 50 kg/cm²
    • Schmierstoffdruck 6 - 7 kg/cm²
    • Generatorzuschaltung zwischen 4500 - 5000 U/min

V. Start

14Allgemeines:

  • Ruder-Freigängigkeit prüfen.
  • Höhenflossentrimmung auf -1°

Bordfunkanlage:

  1. Selbstschalter für FuG 24 und FuG 25 eindrücken. Beide Geräte nach 1 min. betriebsbereit.
  2. Bei großer Luftfeuchtigkeit und Temperatur unter 0°C Selbstschalter für Staurohrheizung eindrücken. Sichtzeichen beobachten.

Geräte:

Fein-Brobhöhenanzeiger auf qfe bezw. qff. Höhenatmer prüfen. Sauerstoff-Absperrventil zwei volle Umdrehungen öffnen.

Flugeigenschaften des Flugzeuges:

Keine Ausbrechneigung. Landung mit Bugfahrwerk in gleicher Weise wie bei Flugzeugen mit Spornfahrwerk einzuleiten. Ruderkräfte und Ruderwirkungen aufeinander abgestimmt, letztere für alle Flugzustände ausreichend. Sämtliche durch Fahrwerk, Landeklappen oder Gashebelbetätigung entstehenden Lastigkeitsänderungen sind beherrschbar. Überziehverhalten bei an- und zurückgestellten Landeklappen harmlos, bei vollständigem Überziehen Sackflug. Gleitwinkel bei der Landung mit voll angestellten Landeklappen und Va= 200 km/h 1:4. Achtung: Gleitwinkel im Sackflug steiler, Abfangen nicht mehr möglich. Folge : Bruch !

15Abflug:

Landeklappen in "Startstellung" anstellen (etwa 7 Pumpenhübe). Wenn diese Anstellung erreicht ist (vergl. weiße Strichmarkierung), Handpumpengriff durch Drehen nach rechts arretieren.

16Start:

  1. Schubdüsenschalter auf "S".
  2. Drehzahl max. 9800 U/min, nach 2 min. 9500 ± 100 U/min.
  3. Flugzeug in Startrichtung rollen, Bremsen betätigen.
  4. Rollstrecke bei Windstille auf Betonbahn ca.650 m, auf Grasnarbe etwa 10% mehr. Für kurzen Start kann Höhensteuer ab Va = 180 km/h stark gezogen werden.
  5. Abhebegeschwindigkeit normal 190 km/h.
  6. Nach dem Abheben Fahrwerk einfahren, Schnappschalterhebel nach hinten in Stellung "Fahrwerk ein". Hebel springt selbsttätig in Stellung "Umlauf" zurück.
  7. Beim Einfahren Va = 350 km/h nicht überschreiten.
  8. Landeklappen zurückstellen, hierzu Handpumpengriff in tiefste Stellung drücken und nach links drehen. Bei alter Bauausführung Drehsinn umgekehrt.

Mit Starthilfe:

  1. Zeichen "fertig", Wart schliesst Zündkabel an.
  2. Beim Anrollen Kippschalter auf dem Auslöseschaltkasten auf "Ein". Schaltzeichen zeigt weißes Feld.
  3. Bei 100 bis 150 km/h Druckknopf drücken. Brenndauer 6 sec. bei 500 kg Schub je Gerät. Lastigkeit des Starthilfenschubes erleichtert das Abheben.
  4. Nach dem Abbrennen Geräte durch Ziehen des Seilzuges (hinter dem linken Bedientisch) abwerfen.
  5. Nach dem Abwerfen Kippschalter auf dem Auslöseschaltkasten auf "Aus", Schaltzeichen schwarz.

VI. Steigflug

Schubdüsenschalter bis 8 km Höhe auf "S". Über 8 km Höhe auf "H" schalten. Drehzahl hierbei 9500 ± U/min. Volleistungsgeschwindigkeit des besten Steigens um Va = 380 km/h.

VII. Reise- und Schnellflug

171. Schubdüsenstellungen:

  • H = normal über 8 km Höhe
  • S = normal unter 8 km Höhe
  • F = Schnellflug von 0 bis 4 km Höhe bis Va > 650 km/h.

Bei eingebauter Halbautomatik entfällt die Stellung "S" durch direkte Kupplung mit dem Leistungshebel. Achtung: wenn Va = 650 km/h unterschritten wird, Schubdüse wieder zurückschalten auf "S".

2. Betriebsdrehzahl:

Normal 9500 U/min, Veränderung des Schubes durch Drehzahländerung. Drehzahl nicht unter 6500 U/min zurücknehmen, da Triebwerk sonst ausgeht.

3. Triebwerksüberwachungsgeräte beobachten:

  • Kraftstoffdruck in Bodennähe bei 9500 U/min 50 kg/cm²
  • Abgastemperatur 400 - 600°C

Steigt Temperatur über 600°C Bedienungshebel zurücknehmen. Bei trotzdem weiter steigender Temperatur weiter drosseln und evtl. Triebwerk abstellen, besonders wenn Kraftstoff steigt und Drehzahl sinkt. Störung am Triebwerk.

4. Behälterzuschaltung:

Einspritzpumpe des Triebwerks erhält durch eine Behälterpumpe den Kraftstoff aus dem Rumpfbehälter zugeführt. Kraftstoff aus dem Tragflügel fließt in den Rumpfbehälter nach. Inhaltskontrolle des Rumpfbehälters: Vorratsanzeiger an der Flugzeugführergerätetafel. Flugzeiten überwachen, da Anzeige ungenau sein kann.

5. Durch Drosseln des Triebwerks wird an Reichweite wenig, an Flugzeit viel gewonnen.

Bordfunkanlage FuG 24: 18 19

    A. Sprechverkehr (FT -Betrieb):

  1. Schalter am Empfänger auf "FT".
  2. Empfangbetrieb nach Abstimmen auf markierte Frequenz. Hierbei Knopf für Skalenbeleuchtung auf schmalen oder breiten Leuchtsektor drehen.
  3. Am Empfänger Sendefrequenz "I" (Betriebsfrequenz) oder "II" Ausweichfrequenz) wählen.
  4. Zum Senden Sprechknopf vorn am Steuerknüppel drücken.
  5. B. Zielflug (ZF-Betrieb): 20 21

  6. Abstimmen des Empfängers auf markierte Frequenz.
  7. FT-Sprechverkehr mit Bodenstelle aufnehmen und Funkfeuer oder Dauerton anfordern. Bodenstelle schaltet daraufhin Funkfeuer ein.
  8. Schalter am Empfänger auf "ZF". Zeiger am AFN 2 (Anzeigegerät für Funknavigation) schlägt bei Kurzabweichung aus (in der Kopfhaube schwingender Ton hörbar). Steht Kurzzeiger rechts, steht Flugzeug rechts vom Kurs und umgekehrt.
  9. Kurs berichtigen, bis Kurzzeiger in Mittelstellung.
  10. Seitenbestimmung: kurze Kursänderung rechts ergibt Rechtsausschlag am Gerät. Achtung: Ergibt Kursänderung rechts (links) einen Zeigerausschlag links (rechts), so erfolgt Abflug vom Sender! Das AFN 2 ist ein Anzeige- und kein Kommando-Gerät.
  11. In Stellung "ZF" ist Empfang über Peilrahmen nur auf 2/3 Reichweite gegenüber Stellung "FT" möglich. In Stellung "ZF" arbeitet bei gedrücktem Sprechknopf der Sender jedoch mit voller Reichweite über die Leitwerksantennne.

FuG 25 a: 22

  1. Am Bediengerät BG 25 a befohlene Schlüsselkennung 1 oder 2 wählen.
  2. In Schalterstellungen 1 und 2 leuchtet nach Erfassung durch Funkmeßgerät Kontrollampe im Takt der abgestrahlten Kennung auf.
  3. In Mittelstellung "0" wird bei Erfassung keine Kennung abgestrahlt.
  4. Bei Drücken des Prüfknopfes leuchtet Kontrollampe im Takte der abgestrahlten Kennung auf. (Prüfknopf nur beim FuG 25 a rote Serie in Betrieb. Funkwart fragen !).
  5. Die Durchführung des erforderlichen Sprechverkehrs erfolgt über FuG 24. Sonderbefehle beachten ! 23

Schußwaffenanlage A-1:

Munition: Je Waffe 50 Schuß, reicht für 6 Feuerstöße von etwa 1 sec. Dauer. Waffen sind durchgeladen.

  1. Selbstschalter "Waffe" eindrücken.
  2. Schießhebel nach vorn umlegen.
  3. Zum Schiessen A-Knopf drücken.
  4. Bei Ausfall der Waffen durchladen, 2 sec.B-Knopf drücken
  5. Von neuem schießen.

Schusswaffenanlage A-2:

Munition: Je Waffe 120 Schuß, reicht für 10 Feuerstöße von etwa 1 sec. Dauer.

  1. Selbstschalter "Waffe" eindrücken, Waffen laden durch, Schauzeichen leuchten auf.
  2. Schießhebel nach vorn umlegen.
  3. A-Knopf (Schießhebel) drücken.
  4. Bei Ausfall der Waffen Schießhebel loslassen. Waffen laden dann automatisch durch.
  5. Von neuem schießen. 24

VIII. Höhenflug

  1. Sauerstoff-Absperrventil öffnen.
  2. Spätestens ab 4000 m Flughöhe Atemmaske aufsetzen. Maske und Kleiderklammer müssen festsitzen. Zuführungsschläuche am Sitzfallschirm nicht abquetschen ! Schnelltrennstellen auf festen Sitz prüfen.
  3. O2-Wächter beobachten. Anzeige im Rhythmus der Atmung.
  4. Bei erhöhtem Atemwiderstand Druckknopf am Höhenatmer einige Male kurzzeitig drücken ("Sauerstoffdusche").
  5. Über 8 km Höhe Schubdüse auf "H".
  6. Bei einem Sauerstoffrestdruck zwischen 1/4 und leer Höhen unter 4000 m aufsuchen. Atemmaske bei vorübergehendem Aufenthalt in geringeren Höhen nicht absetzen, sie friert sonst ein und ist nicht mehr verwendungsfähig.
  7. Nach Beendigung der Sauerstoffatmung Absperrventil schließen.

IX. Gleitflug und Landung

  1. Zum Gleitflug Leistungshebel an Flugleerlaufraste (6500 U/min) zurückstellen. Erst beim Anschweben zur Landung unter 1 km darf auf Bodenleerlauf (3500 U/min) zurückgegangen werden.
  2. Schubdüsenschalter in Stellung "S".
  3. Landeklappen in "Startstellung" bei 250 bis 300 km/h anstellen. Ist Startstellung erreicht, Handpumpengriff durch Rechts drehen arretieren.
  4. Fahrwerk ausfahren unter 350 km/h. Hierzu Fahrwerksentrastungsgriff ziehen. Schnappschalterhebel muss auf "Umlauf" stehen.
  5. Anfliegen mit etwa Va = 250 km/h, Landeklappen noch in Startstellung.
  6. Nach Eindrehen in Landerichtung Landeklappen bei 200 km/h in "Landestellung" anstellen. Nach erreichter Anstellung Handpumpengriff durch Drehen nach rechts arretieren.
  7. 26Lastigkeitsänderungen durch Trimmung ausgleichen, Höhenflossentrimmung etwa -0.5°.
  8. Vor dem Abfangen bei laufendem Triebwerk Va = 190 km/h, bei stehendem Triebwerk Va = 200 km/h nicht unterschreiten.
  9. Flugzeug muß beim Aufsetzen voll abgefangen sein. Aufsetzen erfolgt nur auf dem Hauptfahrwerk.
  10. Nach dem Aufsetzen möglichst lange mit angehobenem Bugrad ausrollen.
  11. 25Bremsen erst nach Aufsetzen des Bugrades. Nicht mehr bremsen, als nötig. Achtung: Längsneigung steuern, damit Rumpfende nicht aufschlägt !
  12. Schießhebel in Ruhestellung.
  13. Landeklappen nach dem Ausrollen einfahren.
  14. FT-Geräte bleiben bis zum Ausrollen eingeschaltet.

X. Abstellen (J 2 - Betrieb)

  1. Triebwerk auf über 6000 U/min beschleunigen.
  2. Leistungshebel in Stellung "Stop".
  3. Brandhahnhebel "Zu".
  4. Bordsammler und eingedrückte Selbstschalter ausschalten.

XI. Verhalten in Sonderfällen

A. Anlassen im Fluge. (Nur unter 4 km Höhe möglich)

  1. Leistungshebel in Stellung "Stop".
  2. Schleppdrehzahl des Triebwerks herabsetzen (1500 bis 2000 U/min.,entspr. Va = 300 bis 400 km/h).
  3. Selbstschalter für Bordsammler, Kraftstoffpumpe, Schubdüse und Meßanlage eingedrückt, alle anderen ausschalten.
  4. Schubdüsenschalter in Stellung "A", bei Halbautomatik auf Stellung "S".
  5. Brandhahnhebel "Auf".
  6. Druckknopf im Leistungshebel drücken und nach etwa 3 sec. Leistungshebel je nach Flughöhe auf Bodenleerlauf 3500 U/min oder Flugleerlauf 6500 U/min verschieben.
  7. Nach dem Anspringen des Triebwerkes Knopf am Leistungshebel loslassen.
  8. Leistungshebel auf 6500 U/min bezw. so einstellen, daß Abgastemperatur 750°C nicht überschreitet.
  9. Nach dem Erreichen gleichförmiger Drehzahl Schubdüsenschalter auf "S" schalten.

B. Durchstarten

  1. Schubdüsenschalter muss auf "S" stehen.
  2. Zügig Volleistung geben.
  3. Fahrwerk kann eingefahren bleiben.
  4. Wieder normal anfliegen und zur Landung ansetzen.

C. Notlandung

  1. Gut festschnallen.
  2. Vor allem Landeklappen anstellen.
  3. Fahrwerk nur ausfahren, wenn Bodenverhältnisse des Notlandeplatzes zuverlässig eine bruchfreie Landung versprechen. Sonst Bauchlandung.
  4. Brandhahnhebel auf "Zu".
  5. Leistungshebel auf "Stop".
  6. Selbstschalter für Sammler ausschalten.
  7. Glashaube aufklappen, jedoch nur bei wahrscheinlicher Bruchlandung.
  8. Radlandung normal ansetzen. Bei Bruchlandung tadellos schiebefrei aufsetzen und Flugzeug möglichst lange geradeaus und horizontal halten ! Keine Sackfluglandung ! Bodenwellen im Ausschweben ausfliegen.
  9. Bei Bruchgefahr nach dem Aufsetzen Füße auf Steigbügel.
  10. Erst nach Stillstand losschnallen und aussteigen.

D. Fallschirmabsprung.

  1. Fluggeschwindigkeit nach Möglichkeit durch Hochziehen verringern.
  2. Mikrophon-Trennstelle am Halse lösen.
  3. Brechkupplung trennen.
  4. Füsse auf Steigbügel stellen !
  5. Kabinendach wie beim normalen Ausstieg aufklappen.
  6. Sicherungshebel am Sitz auf der rechten Seite nach vorne umlegen.
  7. Beide Hände auf Stützbügel des Sitzes stützen und Kopf am Polster anlegen. 27 28Ellbogen gegen den Körper drücken. Atemmaske über 4000 m aufbehalten.
  8. Mit den Fingern der rechten Hand Abzuggriff an den Stützbügel heranziehen.
  9. Nach erfolgter Katapultierung losschnallen und Sitz fortschleudern.
  10. Fallschirm öffnen.
  11. Atemmaske unter 4000 m abnehmen.

XII. Werkstattflug

A. Wenn Flugzeug hängt: Im Fluge bei losgelassenem Steuer Steuerknüppelausschlag und Hängen in Kugelbreiten feststellen. Am Boden Bügeln ! 1 Kugelbreite entspricht etwa 1 mm an der Hinterkante beider Querruderbügelkanten.

B. Höhenruder-Bügelkanten auf Mitte stellen. Flossentrimmung soll bei Va = 500 km/h in etwa 1000 m Höhe zwischen + 1° und + 2° stehen. 1 Trimmteilstück entspricht 1° Flossenwinkel.

C. Wenn Flugzeug dreht, Seitentrimmung im Fluge nachstellen und feststellen. Marke braucht nicht auf Mitte zu stehen. Reicht Trimmbereich nicht aus, Federkörper im Rumpfende nachstellen lassen. Bügelkanten an Seitenrudern nur dann bügeln, wenn Steuerkräfte einseitig. Bügelkanten nach links, Kräfte nach links werden größer.

 

 

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