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Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow (Berlin-Spandau)

Bristol Hercules Mk XVI: 2-Ebenen-Mehrfachsternmotor mit 14 Zylindern

Bristol Hercules

Beschreibung:

Der Bristol Hercules war ein 2-Ebenen-Mehrfachsternmotor mit 14 Zylindern. Er wurde 1939 für Flugzeugantriebe entwickelt und gebaut. Zur Mitte des 2. Weltkrieges trieb er viele britische Flugzeuge an.

Als luftgekühlter Doppelsternmotor waren die hinteren 7 Zylinder so angeordnet, dass sie zwischen den 7 Zylindern des vorderen Sterns hervorschauten. Dadurch erreichte auch sie ein ausreichender Kühlluftstrom. Der Hercules besaß wie auch sein größerer Bruder - der Bristol Centaurus - Schiebersteuerung. Dadurch ließen sich höhere Verdichtungsverhältnisse realisieren, der mechanische Wirkungsgrad stieg gegenüber einer stößelbetätigten Ventilsteuerung, die Kolbentemperatur lag niedriger als bei Zweiventilmotoren und es konnten höhere Drehzahlen erreicht werden, was der Leistung des Motors zuträglich war. Einziger Nachteil ist der deutlich höhere Konstruktions- und Fertigungsaufwand.

Die ersten Hercules-Motoren waren 1939 erhältlich. Sie leisteten anfangs 1.290 Ps und zum Ende des Krieges erreichte der Hercules XVII schließlich 1.735 Ps.

Der Bristol Hercules trieb eine Reihe von Flugzeugen an - darunter den hauseigenen Bristol Beaufighter. Aber üblicherweise wurde er in Bombern eingesetzt wie dem Short Stirling, dem Vickers Wellington, dem Avro Lancaster Mk.II und in allen späten Versionen des Handley-Page Halifax. Das Aggregat besaß den Ruf, einer der zuverlässigsten Flugmotoren jener Zeit zu sein und war bei Piloten sowie Mechanikern beliebt.

Aber auch nach dem Krieg fand der Hercules in zivilen Flugzeugen Verwendung - darunter im Bristol Freighter-Frachtflugzeug, dem Short Solent-Flugboot und im Handley-Page Hastings sowie Handley-Page Hermes. Außerdem wurde er in Lizenz von SNECMA in Frankreich produziert. Insgesamt wurden über 54.700 Hercules-Triebwerke produziert.

 

 

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