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Flugzeuge imU.S. Air Force MuseumDayton / Ohio

- Das größte Flugzeugmuseum der Welt -

Die Boeing X-45A J-UCAS ist ein unbemanntes Kampfflugzeug (englisch: Unmanned Combat Air Vehicle = UCAV), das zur Demonstration von autonomen Kampfflugzeugen der nächsten Generation diente. Das Flugzeug hat auf Grund seiner Formgebung Tarnkappeneigenschaft. Diese mit dem Oberbegriff als Drohne bezeichneten Fluggeräte dienen der Überwachung, Erkundung, Aufklärung und Bekämpfung von vordefinierten Zielen. Der Technologie-Demonstrator unter der Leitung von der Defense Advanced Research Project Agency (DARPA) und der U.S. Air Force sollte zeigen, dass die Ausschaltung feindlicher Luftabwehr mit selbständig agierenden Flugzeugen möglich ist.

Am 22. Mai 2002 wurden erste Bodentests auf der Edwards Air Force Base in Kalifornien abgeschlossen, und im November folgte das zweite Luftfahrzeug. 2003 konsolidierte das “Department of Defense” der USA das Team des Boeing X-45-Programms bezüglich des Northrop Grumman X-47-Projekts. Das daraus resultierende Programm “Joint Unmanned Combat Air Systems” (J-UCAS) hatte zum Ziel, ein gemeinsames Betriebssystem zu integrieren, das alle Systemkomponenten - wie Sensoren, Waffen und Kommunikationsgeräte - zusammenführt.

Während des Testprogramms wurden mit der X-45A eine Reihe wichtiger Ereignissen gesammelt. Am 18. April 2004 traf der X-45A-Demonstrator ein Boden-Ziel mit einer 250-Pfund Präzisionsrakete, die intern im Waffenschacht mitgeführt wurde. Am 1. August 2004 steuerte und kontrollierte ein “Pilot-Operator” aus der Ferne zum ersten Mal erfolgreich zwei X-45A gleichzeitig im Flug.

Am 10. August 2005 wurde durch die autonom fliegenden Drohnen ein vorgeplantes Ziel - bestehend aus Radaranlagen und Flugabwehrraketen - zerstört. Währen des Tests wurde eine Entscheidungsfindung der Software erforderlich, um eine neue ungeplante Bedrohung durch weitere feindliche Abwehr zu vermeiden. Der Computern bestimmte unabhängig welches der beiden Flugzeuge das neue Ziel angreifen würde, basierend auf ihre jeweilige Position, den mitgeführten Waffen und dem Treibstoffvorrat. Die ursprüngliche Zielvorgabe des Pilot-Operators wurde also durch die UCAV-Software überprüft und der Situation vor Ort angepasst. Nach dem erfolgreichen Angriff des 2. Ziels kehrten die Boeing X-45 wieder zurück zur Basis.

Danach wurde das Projekt weiter entwickelt. Das zwischenzeitlich serienreife Nachfolgeobjekt, die etwas größere Boeing X-45C, wird nach meiner Information aktiv im “Drohnenkrieg” in Afghanistan eingesetzt. (Stand: 2012)

Technische Beschreibung:

Die Boeing X-45 ist aus faserverstärktem Epoxidharz gefertigt. Sie hat kein Seitenleitwerk. Die geteilten Querruder an den Flügelspitzen fungieren als asymmetrische Luftbremse, die so als Ruder genutzt werden. Rumpf und Flügel bilden zusammen eine einheitliche Tragfläche (Nurflügler).

Der Rumpf beherbergt 1.500 kg Waffen, die in 2 internen Waffenschächten untergebracht sind. Die Öffnungszeit der Klappen ist auf wenige Sekunden begrenzt, um die Stealtheigenschaften der Maschine nicht zu verringern. Der flache Triebwerkseinlass auf der Stirnseite und die hinteren Abgasauslässe sind so beschaffen, dass sie von IR-gesteuerter Flugabwehr nur schwer geortet werden können. Die Drohne ist mit einem vollständig einziehbaren Fahrwerk ausgestattet.

Technische Daten:

Typ: Unbemanntes Kampfflugzeug
Länge: 8,03 m
Flügelspannweite: 10,31 m
Höhe: 1,13 m
Leergewicht: 3.629 kg
Nutzlast 1.500 kg
Geschwindigkeit: 885,14 km/h (550 mph)
Dienstgipfelhöhe: 10.670 m
Einsatzradius: ca. 1.200 km
Bewaffnung: 1.500 kg Bombenlast
Triebwerk: 1 x Honeywell
Typ F124-GA-100
Art Turbofan
Schubleistung: 6.500 lbs Schub

Drohnen: Mittel der Aufklärung und modernen Kriegsführung:

Drohnen sind unbemannte Luftfahrzeuge, die in der Regel wieder verwendbar sind. Im englischen Sprachgebrauch “unmanned aerial vehicle”, UAV, genannt. Dabei werden UAVs weiter eingeteilt in “drohne” und “remotely piloted vehicle” (RPV), wobei eine UAV-Drohne eine ist, die einer vorprogrammierten Routine folgt, während eine RPV-Drohne ferngesteuert wird. Einige neuere Drohnen können bewaffnet sein und werden im militärischen Sprachgebrauch als “unmanned combat air vehicle” (UCAV) bezeichnet.

Der gestiegene Aufklärungsbedarf in Kriesengebieten bedingte eine verstärkte Nachfrage nach Aufklärungsmitteln. Diese sollten preiswerter als bemannte Flugzeuge sein, länger in der Luft bleiben können, stärker belastbar sein und eine höhere Überlebenschance haben. Diese Vorteile unbemannter Systeme waren der israelischen Armee - als ältestem und größtem Nutzer von Drohnen - längst bekannt. Amerikaner lernten diese Vorteile erst bei Drohneneinsätzen im Golfkrieg und in Afganistan kennen. Die Deutschen und übrigen Europäer im Balkankrieg. Drohnen werden die Zukunft im militärischen Flugzeugbau bestimmen. Bei bisherigen Aufklärungsflugzeugen konnten die Fotos erst nachträglich ausgewertet werden. Drohnen liefern die Informationen in Echtzeit !!